Musikalisches Feuerwerk des Posaunenchors

Von Willi Fischer
Mit einem musikalischen Feuerwerk klangvoller Bläsermusik hat der klangstarke Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde die zahlreichen Zuhörer zum Event des traditionellen Neujahrskonzert in der Michaelskirche willkommen geheißen. Die hohe Qualität des Ensembles mit einem breiten Spektrum an Arrangements bot ein besonderes musikalisches Erlebnis.
Die Musikerinnen und Musiker zogen bei dem abwechslungsreichen Repertoire mit einem weitgespannten Bogen erlesener Bläsermusik alle Register ihrer Instrumente. Einen hochwertigen modernen Charakter verlieh dem Konzert die Band „Standard“ aus Selb mit beliebten und populären Pop- und Filmhits.   
Die Instrumente glänzten im goldenen Glanz; die gleiche Faszination strahlten die dargebotenen Musikstücke in ihrer Vielfältigkeit aus. Damit wurde ein schöner und klangvoller Auftakt des neuen Jahres geboten, wie er nicht schöner hätte sein können. Der Posaunenchor bescherte diesen stimmungsvollen Neujahrsanfang mit Bestnoten. Das Programm erstreckte sich von besinnlichen Weisen über kunstvolle, polyphone Sätze von Mendelssohn, Bach und Händel bis zu modernen, heiteren und fetzigen Melodien bis hin zum Rock. Die Musiker stellten unter Beweis, dass sie die gesamte Bandbreite eines Bläserensembles virtuos beherrschen; von den Koloraturen Bachs über klassische Choräle bis hin zu modernen Kompositionen. Mit diesem tollen Konzert als Einstieg in das neue Jahr kann das Jahr nur gut werden, so kann für das Jahr 2019 prognostiziert werden.
Chorleiter Matthias Elser freute sich, dass das Konzert des Posaunenchors auf höchstem Niveau durch eine Reihe von weiteren Mitwirkenden bereichert wurde. Darunter Pfarrer Christof Henzler aus Tröstau als Posaunist, der Band „Standard“ aus Selb, Dekanatskantorin Constanze Schweizer-Elser an Keyboard und Orgel sowie Martin Wenzel mit Drums, Percussions und Pauken. 
Eingeleitet wurde das Konzert unter dem Dirigat von Matthias Elser mit einem Intro aus dem fiktiven Superhelden „Superman“. Ein musikalisches Feuerwerk entzündete der Posaunenchor mit „Vivace“ und „Bourrée“ aus der Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel (1685-1759). Kein Komponist ist repräsentativer für Glanz und Pracht des Hochbarock als dieser Kosmopolit, der in Deutschland geboren, in Italien ausgebildet und erfolgreich in England beheimatet und gefeiert wurde. Mit Sarabande „Lascia Ch’io pianga“ wurde eine der berühmtesten Arien von Händel aufgeführt. Diese wurde als Klagelied in der 1711 in London uraufgeführten Oper Rinaldo weltberühmt. Sie gehört heute zu den populärsten Melodien der klassischen Musik. Zu einer ganz anderen Stilrichtung wurde mit dem Rock & Roll-Song „Great Balls of Fire“ von der Band „Standard“ temperamentvoll übergeleitet. Es handelt sich um einen Song von Jerry Lee Lewis, der sich im Jahr 1957 zu einem der umsatzstärksten Millionenseller dieses Genres entwickelte.
Lektor Georg Dülp beleuchtete in seiner Ansprache die Jahreslosung 2019 aus dem Psalm 34 „Suche Frieden und jage ihm nach!“ Er kam auf den Überfall eines Busses in Somalia durch eine Terroreinheit zu sprechen. Nach dem Willen der Terroristen sollten sich die Businsassen in zwei Gruppen und zwar getrennt nach Muslimen und Christen aufteilen. Doch diese waren sich einig und folgten nicht dem willkürlichen Befehl, so dass die Terroristen die Vorhaben die Christen zu töten nicht verwirklichen konnten. Dabei erklang das hebräische „Schalom“. Die bedrohten Businsassen bewiesen Standfestigkeit und haben sich dem Terror tapfer entgegengestellt. „Frieden gehört mitten ins Leben. Der Frieden entsteht nicht von selbst“, gab Dülp zu bedenken, wobei er hinzufügte: „Frieden muss man wollen.“ So sagte Jesus nach seiner Auferstehung „Frieden sei mit euch“. Im hebräischen Denken bedeute Schalom weit mehr als nur die Abwesenheit von Streit und Krieg; „Schalom“ meine vielmehr die tiefe Sehnsucht nach einer heilen, unversehrten Welt, in der keine Gefahr mehr droht. Nach den Ausführungen von Georg Dülp sei Schalom die Hoffnung auf ein gerechtes und alle Feindschaft überwindendes Miteinander der ganzen Schöpfung: „Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, dass in unserm Land Ehre wohne; dass Güte und Treue einander begegnen; das Treue auf der Erde wachse und Gerechtigkeit vom Himmel schaue“, zitierte Dülp aus Psalm 85. Er bezeichnete diese Friedensbotschaft als Kern aller prophetischen Verkündigung und Erwartung. 
In dem Konzert brachte der Posaunenchor zusammen mit weiteren Mitwirkenden auch ein Lied der schwedischen Popgruppe ABBA mit „Does Your Mother Know“ zu Gehör. Das Stück wurde kraftvoll gespielt, die Melodie ging so richtig ins Blut. Das Lied entstand bei einem Aufenthalt von Benny Andersson und Björn Ulvaeus auf den Bahamas im Januar 1979. Mit „Stumblin’ In“ von Mike Chapman und Nicky Chinn zelebrierte der Posaunenchor mit der Band „Standard“ den Song eines Liebeslieds. Mit „Bright Eyes“ wurde das Titellied eines Films von Art Garfunkel gespielt. Zu Ehren kamen Werke des deutschen Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) mit einer Sonate in B-Dur und „Was betrübst du mich, meine Seele“. Fröhlichkeit strahlte das Lied „Maxwells Silverhammer“ der englischen Rock-Band „The Beatles“ von John Lennon – Paul Mc Cartney aus. Zur Aufführung kam mit „A Night Like This“ ein Lied der niederländischen Sängerin Caro Emerald. Das Lied wurde in Deutschland mit Platin ausgezeichnet. Lebhaft wurde es in der Kirche mit dem Lied von Trude Herr „Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann“, das in den Schlagerhimmel aufstieg. Mit dem Popsong „All You Need Is Love“ („Alles, was du brauchst, ist Liebe“) wurde eines der bekanntesten Lieder der Beatles-Band aus dem Jahr 1967 gespielt. Mit dem Hit der Filmmelodie „Mamma Mia“ der Popband ABBA kam so richtig Schwung in die Kirche; die Zuhörer konnten kaum mehr ruhig auf der Kirchenbank sitzen. Weiter ging es mit der Single „Ticket to Ride“ der Beatles. Der Liedtext beschreibt eine Abschiedssituation, in der der Erzähler seine Wut und Enttäuschung darüber zum Ausdruck bringt, dass seine Liebste ihn verlässt.
Der „Abendsegen“ aus der Oper „Hänsel und Gretel“ führte in die Märchenwelt. Wer kennt sie nicht, die armen Märchen-Geschwister, die sich – nach übermütigem Spiel von der Mutter zum Beerensuchen geschickt – im Wald verlaufen? Die Märchenoper, das Erstlingswerk von Engelbert Humperdinck für die Opernbühne, brach alle Erfolgsrekorde. Kräftig sang die Gemeinde mit den Musikinterpreten das Lied „Nun danket alle Gott“, dem bekanntesten geistlichen Lied in deutscher Sprache. Es brachte deutlich und treffend zum Ausdruck, welcher Dank Gott für die hervorragende dargebotenen Konzertdarbietungen allen Mitwirkenden von Herzen gebührt.
Mit stehenden Ovationen dankten die Konzertbesucher für die herausragenden Leistungen aller Mitwirkenden. Diese ließen sich nicht zweimal bitten und revanchierten sich mit zwei Zugaben: „The Long and Winding Road“, einem Lied der Beatles aus dem Jahr 1969. Das weitere Lied „Despacito“ der puerto-ricuanischen Musiker Luis Fonsi und Daddy Yankee wurde zum Sommerhit des Jahres 2017. Es belegte in vielen Ländern, unter anderem auch in Deutschland, den ersten Platz der Charts. In dem Lied geht es um eine romantische Begegnung und um Blicke des Sängers, der mit einer Frau tanzen möchte. Wenn er nur an sie denkt, wird sein Puls schneller. Er verlangt mit allen Sinnen nach ihr nach mehr. Doch er will es ohne Eile angehen…(despacito). In Deutschland erhielt der Erfolgssong vierfaches Platin. Dies ist zugleich ein Prädikat, das der Posaunenchor mit seinen Mitwirkenden für das bravouröse Neujahrskonzert verdient hat. Mit dem traditionellen Neujahrskonzert hat der Posaunenchor für die sehr zahlreichen Besucher für einen unvergesslichen Jahres-Konzertbeginn gesorgt und einen großartigen musikalischen Erfolg gefeiert.