Helferkreis "Flüchtlinge"

Benefiz- Essen für Syrien

Mit beeindruckendem Engagement wurde kürzlich der Flüchtlings-Helferkreis unserer Gemeinde dabei unterstützt, nicht nur Flüchtlingen hier bei uns, sondern auch den Menschen in Syrien Hilfe zukommen zu lassen.

Die immer für eine gute Tat bereiten Wirte des Turnerheims Heike und Marcel Peters hatten sich bereit erklärt, zugunsten des Heimatlandes der meisten  „unserer“ Kirchenlamitzer Flüchtlinge ein schmackhaftes Essen zuzubereiten. Dazu steuerten die Firmen Nahkauf Schelter, ROKA und Blumenröther die Lebensmittel kostenlos bei. Wir danken den beteiligten Firmen an dieser Stelle herzlich auch im Namen der Flüchtlinge!

Die Veranstaltung fand im Anschluss an den diesjährigen Berggottesdienst auf dem Epprechtstein statt. Viele der Gottesdienstbesucher und auch andere Kirchenlamitzer ließen sich von dem traditionellen Angebot von Klößen und Rinderbraten mit Meerrettichsoße anlocken. Und natürlich hatten auch die Flüchtlinge- darunter eine irakische Familie und unsere Äthiopier- leckere Vor- und Nachspeisen zubereitet, die regen Zuspruch fanden. Durch die zahlreichen Gäste und die tatkräftige Mithilfe von Helferkreis und Flüchtlingen herrschte eine fröhliche Stimmung im festlich geschmückten Löheheim. So mancher Syrer lernte neue wichtige Wörter unserer deutschen Sprache (Glees und Greebrie!) und ein weiterer Schritt zur Integration war getan!

Durch die zahlreichen Gäste, die meist ihre Rechnung aufrundeten, zwei große Einzelspenden und all die ehrenamtlich geleistete Arbeit kam eine stolze Summe von über 1800 € zusammen, die nun den vom jahrelangen Bürgerkrieg in Syrien gepeinigten Menschen  zukommen wird!

Ein besonders großes Dankeschön an alle Beteiligten kommt natürlich von unseren Flüchtlingen. Sie sind sehr dankbar, dass sie hier bei uns so gut aufgenommen wurden und hier in Frieden leben können. Auch deshalb ist es ihnen ein großes Bedürfnis, den Menschen in ihrer Heimat beizustehen, die weiter in Krieg und Elend leben müssen!

Diese Veranstaltung hat wieder einmal gezeigt, dass wir nicht vollkommen tatenlos dem  Elend anderer Menschen zusehen müssen.

Wie wunderbar, dass es in unserer kleinen Stadt so viele Menschen gibt, die das verstanden haben!
 

 

Zwei bewegte Jahre mit den  „ Kirchenlamitzer Syrern“

Es ist viel passiert bei den Flüchtlingen, die z. T. nun schon seit 2 Jahren in unserem kleinen Städtchen leben und sich hier auch wohl fühlen. Dies sieht man besonders daran, dass sich inzwischen schon fünf Familien und mehrere junge Männer hier eine Ersatzheimat geschaffen haben. Besonders dankbar sind die Mitarbeiter im Helferkreis in Kirchenlamitz den Vermietern der Wohnungen, die sich zusätzlich oft auch sehr liebevoll um ihre Mieter kümmern. Zum Teil sind aus Vermietern schon regelrechte Ersatzverwandte geworden!

Hilfreich dabei sind natürlich die inzwischen teils schon sehr guten Sprachkenntnisse der Geflüchteten. Einige von ihnen haben schon ihren Integrationskurs beendet, manche arbeiten bereits und ein Syrer hat schon den deutschen Führerschein gemacht. Sehr viele bürokratische Hürden mussten für all diese Fortschritte überwunden werden und viel Engagement und Phantasie auch bei den Helfern war dafür nötig. Ein Ende ist noch lange nicht abzusehen, denn sicher ist schon einigen Kirchenlamitzern aufgefallen, dass wir jetzt auch Afrikaner in Kirchenlamitz beherbergen.

Alle Mühen des Helferkreises wurden jedoch belohnt durch viel Dankbarkeit, interessante Gespräche, leckeres Essen bei vielen Einladungen und so manche neu entstandene Freundschaft. Dabei ist besonders auch der Dialog über religiöse Themen oft sehr interessant und man lernt Gemeinsamkeiten und Unterschiede besser kennen. Erfreulichweise ist  gegenseitige Toleranz dabei selbstverständlich. Sehr bewegend ist es, wenn mitten in einem  Gespräch der Ruf zum Gebet ertönt und die Gläubigen sich dann betend Richtung Osten wenden. Sollten wir Christen nicht auch so selbstverständlich unseren Glauben zeigen?

Die schönsten Nachrichten nun zum Schluss:

Vor einigen Wochen hatten wir hier in Kirchenlamitz die erste syrische Hochzeit! Dazu waren einige Frauen aus dem Helferkreis bei der Familie der Braut eingeladen; denn Frauen und Männer feiern die Hochzeit getrennt. Wir durften eine wunderschöne junge Braut beim Tanz zu arabischer Musik bewundern. Später kamen auch Vater und Bräutigam zur Hochzeitsgesellschaft und es gab einen Tanz mit dem Bräutigam! Ein Wermutstropfen bei der schönen Feier: die Familie des Bräutigams musste in Syrien zurückbleiben. Sie hatten dort alle Verwandten eingeladen und konnten das Brautpaar nur auf dem Smartphone sehen.

Und dann sind da natürlich die Babys!

Ein kleiner Junge und ein kleines Mädchen sind schon hier geboren und es sind noch mehr auf dem Weg! Wir wünschen den fertigen und werdenden Eltern viel Freude an ihren Kindern!

 

Helfer gesucht

Seit ihrer Ankunft im Dezember 2014 werden die syrischen Flüchtlinge durch Mitglieder des Unterstützerkreises, teilweise gemeinsam mit Kirchenlamitzer Bürgern, jeden Samstag zur Tafel nach Selb gebracht. Sie erhalten dort gegen einen geringen Eigenbeitrag von Firmen gespendete Lebensmittel.

Die Fahrten konnten anfangs noch mit dem Marktleuthener Gemeindebus erfolgen, der aber nun kaputt ist. Seitdem werden die Flüchtlinge teils mit dem Bürgerbus, teils mit Privatautos gefahren. Dies verursacht einigen Organisationsaufwand, da wöchentlich geklärt werden muss, welches Fahrzeug und welche Fahrer zur Verfügung stehen.

Wenn Sie Spaß am Organisieren und pro Woche ca. 1-2 Stunden Zeit haben, um diese sehr sinnvolle Aufgabe zusammen mit einem schon vorhandenen Helfer zu übernehmen, melden Sie sich bitte im Pfarramt oder sprechen Sie einen der bekannten Helfer an.

 

Neues von unseren syrischen Flüchtlingen
16.11.2015

Ungeachtet der momentanen kontroversen Diskussionen in der deutschen Öffentlichkeit ist es gerade den Kirchen weiterhin das vorrangige Anliegen, den flüchtenden Menschen in Not beizustehen.

Dieser Aufgabe widmet sich auch der Kirchenlamitzer Helferkreis mit zunehmender Professionalität.

Besonders freuen wir uns darüber, dass es inzwischen gelungen ist, auch einige Familien der Flüchtlinge zu uns zu holen. Die Familien sind sehr glücklich und dankbar, dass sie hier freundlich aufgenommen wurden und sich sogar bereits ein gemütliches Heim schaffen konnten. Welch  eine Freude, in lachende Kindergesichter zu schauen, die jetzt in eine sichere Zukunft blicken können!

Die neun Kinder aus zwei Familien sind bereits in Schule und Kindergarten integriert und machen mit ihrem guten Benehmen und ihrer Lernbereitschaft den Lehrern und Erziehern viel Freude. Die bisher 6 Schulkinder leisten auch einen Beitrag zum Erhalt ausreichender Klassenstärken in Kirchenlamitz.

In diesem Zusammenhang kann auch berichtet werden, dass in unserer Kita Kirchenlamitz im Rahmen eines Modellprojekts eine zusätzliche qualifizierte Fachkraft für Sprachförderung zum Einsatz kommen wird, die sich intensiv der sprachlichen Förderung aller Kindergartenkinder widmen wird. Niemand muss daher befürchten, dass die einheimischen Kinder zu kurz kommen werden!

Sehr erfreulich ist auch, dass die meisten der im letzten Dezember angekommenen Männer inzwischen nach langem Ringen mit der Bürokratie einen gesicherten Aufenthaltsstatus haben. Einige haben Kirchenlamitz nach schwerem Abschied bereits verlassen, um bei  ihren Angehörigen in anderen deutschen Regionen zu sein. In die

Unterkünfte in Kirchenlamitz sind nun bereits neue junge Syrer eingezogen. Das bedeutet auch: die Odyssee durch den Behördendschungel beginnt für die Helfer von vorne! In diesem Zusammenhang eine Bitte an alle Gemeindemitglieder, die ein wenig Zeit erübrigen können, Erfahrung mit Behörden haben oder sich dafür interessieren:

Auch der Unterstützerkreis braucht dringend Unterstützung bei der Bewältigung dieser zeitintensiven Aufgabe. Es wäre schon eine große Hilfe, wenn jemand nur einen Flüchtling bei notwendigen Behördengängen unterstützen könnte. Englische Sprachkenntnisse oder Dolmetscher sind vorhanden! Schön wäre es auch, wenn jemand den Schulkindern beim Lernen helfen könnte. Aber auch wer andere Ideen für die Unterstützung der Flüchtlinge hat, ist im Helferkreis sehr willkommen. Bitte melden Sie sich im Pfarramt!

Und übrigens: unsere Flüchtlinge sind sehr gastfreundlich und freuen sich auch über spontane Besuche von Kirchenlamitzern!

Auch von der Hilfsbereitschaft der Flüchtlinge konnte sich der eine oder andere bereits überzeugen. So sind beispielsweise manche wöchentlich, andere bei besonderen Einsätzen auf unserem Friedhof tätig und auch die Naturfreunde wurden schon beim „Rama dama“ unterstützt. An dieser Stelle vielen Dank auch den Kirchenlamitzer Vereinen, die bereitwillig Flüchtlinge in ihre Aktivitäten einbinden!

Wir Helfer im Unterstützerkreis haben in den letzten Monaten erlebt, welche Bereicherung die Neuankömmlinge für uns sind und was für eine beglückende Aufgabe es sein kann, mit Menschen in Not auch seine Zeit zu teilen. Manchmal meint man den Segen Gottes für diese Arbeit deutlich zu spüren, wenn etwa von unerwarteter Seite genau zur rechten Zeit die richtige Hilfe kommt. 

Schließen sie die syrischen Mitbewohner und ihre Familien bitte auch in ihre Gebete ein!

                                                                       Regina Thiem

Deutschkurs am 14.04.2015

Wir haben zwei Gruppen. Wolfgang Rau arbeitet mit den älteren Herren, die noch viel Mühe haben auch mit dem Schreiben.

Evelin Fritsch arbeitet mit den drei jungen Leuten, die Englischkenntnisse haben und dadurch schneller vorwärtskommen.

Alle besuchen außerdem einen Deutschkurs in Wunsiedel, wofür Christine Christl einen Fahrdienst organisiert.

Alle sind immer sehr eifrig und wissbegierig.

Wie aus der Lokalpresse zu erfahren war, leben seit 1. Dezember 2014 acht Männer aus Syrien in unserer Stadt. Schon kurz vor deren Ankunft hatten sich spontan einige Kirchenlamitzer zur tatkräftigen Unterstützung der Kriegsflüchtlinge gefunden, die sich zunächst um einen freundlichen Empfang der Gäste in der vom Bezirk Oberfranken angemieteten Wohnung im Rotkreuzheim Kirchenlamitz bemühten. Inzwischen besteht dieser Helferkreis aus ca. 12 Personen, die sich unter der Federführung von Pfarrer Rausch regelmäßig treffen, um die erforderliche Unterstützung im Alltag und besonders bei Behörden- Angelegenheiten zu koordinieren.

Sehr schnell wurde klar, dass die Männer sehr freundliche Handwerker und Akademiker sind, mit denen aufgrund der Englischkenntnisse der Jüngeren schnell ein freundschaftliches Verhältnis entstand. Die Männer nahmen gleich an vielen Gemeindeveranstaltungen teil und besuchen trotz ihres muslimischen Glaubens häufig unsere Gottesdienste. Aus ihren Erzählungen geht hervor, dass sie in Syrien immer ein gutes Verhältnis zu ihren christlichen Nachbarn hatten.

Da die Männer gleich danach fragten, wo sie Weihnachten hingehen können, hat der Helferkreis auch eine Weihnachtsfeier organisiert und die Männer waren am Heiligen Abend bei zwei Helferinnen eingeladen.

Die jüngeren Männer singen schon seit einiger Zeit im Gospelchor mit und sind dort eine große Bereicherung.

Bei einer Wanderung auf den Epprechtstein bewunderten die Männer auch bereits die Schönheit unserer Landschaft. Sie erfuhren bei einem Besuch des Porzellanmuseums in Selb einiges über unsere Industriegeschichte und konnten bei Konzerten Kirchenlamitz auch als Stadt der Musik erleben.

Gerne würden die Männer uns auch ihre Heimat zeigen, wenn das möglich wäre. Die kulinarischen Freuden des Landes konnte der eine oder andere aus dem Helferkreis bereits genießen; denn die Männer wollen natürlich auch ihre Dankbarkeit für die Unterstützung zum Ausdruck bringen!

Bei Gesprächen anlässlich solcher Einladungen wurde deutlich, wie viele Gemeinsamkeiten auch in religiöser Hinsicht bestehen. So sind die Männer z. B. ebenso wie wir mit den biblischen Geschichten von Abraham, Noah, Mose, Jona und vielen weiteren Propheten aufgewachsen. Auch Jesus ist für Muslime ein wichtiger Prophet.

Wir haben die Syrer gefragt, was sie gerne den Kirchenlamitzern mitteilen möchten. Hier ihre Antworten:

Wir bedanken uns für die freundliche Aufnahme in Ihrer kleinen, aber guten Stadt.

Besonders danken wir unserem Pfarrer Rausch, dem Helferkreis und der Kirchengemeinde für ihre Unterstützung.

Manche von Ihnen wundern sich wahrscheinlich, warum wir ohne unsere Frauen und Kinder gekommen sind. Der Grund ist, dass die Flucht viel zu gefährlich ist (Bootsunglücke im Mittelmeer). Wir wollen alle unsere Familien so bald wie möglich zu uns holen.

Etwas hat uns hier in Kirchenlamitz gewundert: Hier leben 3000 Menschen, aber man sieht kaum jemanden auf den Straßen. Bei uns spielt sich das Leben fast immer draußen ab! Natürlich ist es dort auch nicht so kalt!