Gottesackerkirche

Von der alten Kirchenlamitzer Gottesackerkirche

Die alte Gottesackerkirche wurde 1660 erbaut und kostete, wie man sagte, genau so viele Gulden als die Jahreszahl betrug. Sie war sehr einfach, mit Emporen auf Holzsäulen und einem kleinen Zopfaltar, doch war sie etwas breiter als die jetzige, dafür aber nicht so lang. Eine Orgel erhielt die Kirche erst 1774 durch einen unbekannten Schuhmacher und Bürger von hier, und als Senior Apel die erste gestiftete Trinitatispredigt bei Orgelklang hielt, wollte er das Kirchlein "Trinitatiskirche" genannt wissen. Dieser Wunsch ist aber nicht erfüllt worden. Die drei hinterlassenen Töchter des Schneidermeisters Johann Kögler von hier, welcher der Erstbegrabene auf dem neuen Friedhof war, hatten durch Schenkung eines Ackers die Anschaffung einer Glocke ermöglicht und 1718 wurde noch eine zweite Glocke dazu angeschafft. Im Jahre 1769 wurde das Türmlein auch mit Helmstange und Knopf versehen. Des vorhin erwähnten Orgelstifters gedachte man an jedem Trinitatisfest bis anno 1840.

1718 hatte Peter Seidel von Hohenbuch für seine verstorbene Hausfrau eine Sanduhr für die Kanzel gestiftet. Um 1858 war die Kirche so baufällig, das größere Reparaturen vorgenommen werden mussten, aber auch sie hielten den Verfall nicht auf. Im Jahre 1886 wurde der Dachstuhl der Kirche abgetragen und die innere Kircheneinrichtung entfernt, Turm und Mauern der Kirche blieben jedoch noch stehen bis zum Jahre 1893.

Im Frühjahr 1893 wurden Turm und Mauern der alten Kirche abgetragen und der Bau eines neuen Gotteshauses begann. Am 2. Pfingstfesttag 1895 konnte die Einweihung der neuen Friedhofskirche gefeiert werden.

(Quelle: Aus einem alten Zeitungsbericht, Datum unbekannt)