Benefizkonzert für Hilfe für Nachbarn - Wunderbare Musik mit wohltätigen Klängen

Die Musik vollbringt in Kirchenlamitz wahre Wunder und das für einen guten Zweck.
Mit einem der schönsten Konzerte begann in Kirchenlamitz das neue Jahr. Die Spenden der Besucher des Neujahrskonzerts des Posaunenchors gingen an das Projekt der Aktion „Hilfe für Nachbarn“ der Sparkasse Hochfranken und der Frankenpost. Hier wird in vorbildlicher Weise dem Grundsatz „Aus der Region für die Region“ Rechnung getragen.
Bei dem traditionellen Neujahrskonzert in der evangelischen Michaeliskirche bewies der Posaunenchor mit einer großen Vielseitigkeit seines Repertoires sein herausragendes Können. Daraus resultierte ein schwungvoller und zugleich besinnlicher Jahresbeginn mit unterhaltsamen und auch anspruchsvollen Melodien. Deutlich wurde der hohe Stellenwert, den das Neujahrskonzert des Posaunenchors jedes Jahr einnimmt. In exzellenter Weise wurde der Klangkörper mit dem vielseitigen und abwechslungsreichen Programm diesem Anspruch gerecht. Der gute Besuch unterstrich das große Interesse und die Wertschätzung an diesem hervorragend ausgestalteten Konzert höchster Güte.
Kraftvoll eingeleitet wurde das herausragende Konzert mit der fünfstimmigen Intrade Nr. 15 von Johann Pezel. „Ein gesegnetes neues Jahr“ hieß dann stilvoll der gemeinsame Gruß des Posaunenchors. Pfarrer Ralf Haska von der Kirchengemeinde Marktleuthen interpretierte in mehreren Passagen die Jahreslosung 2018, der die Offenbarung 21,6 mit „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst,“ zugrunde liegt. Dabei machte der Geistliche an Hand seiner Eindrücke in der evangelischen Kirchengemeinde Kiew in der Ukraine, in der er von 2009 bis 2015 in einer Zeit, als die Revolution ausbrach tätig war, deutlich wie wichtig ein sauberes Wasser, aus dem alles Leben entspringt, ist. Bei seinem Aufenthalt in Kiew habe er leidvoll feststellen müssen, welche Probleme eine ungenügende Versorgung mit einwandfreiem Trinkwasser mit sich bringt. So stellte sauberes Wasser in manchen Gebieten ein wahres Geschenk dar. „Ich bin sehr dankbar, dass wir hier in einem Land leben, in dem wir uns über die Wasserqualität keine Sorgen machen müssen. Dabei habe das Wasser eine große Bedeutung: „Denn wo Wasser ist, ist Leben.“ Der Geistliche betonte: „Wir haben unser Leben selbst in der Hand“. Er selbst könne voller Dankbarkeit auf Ereignisse in seinem Leben zurückblicken. Als notwendig bezeichnete er es jedoch, dass wir eine Führung durch Gottes Hand benötigen, damit es in den richtigen Bahnen geführt wird. Als ein Geschenk bezeichnete Pfarrer Haska auch die Musik des Posaunenchors, die in ihrer ausdrucksvollen Vielseitigkeit geboren wird. Der Geistliche zeigte auf, dass die Menschen nach der Weissagung der Heiligen Schrift ein Leben erwarten können, das frei ist von Krankheit und Leid. Dies zeige sehr deutlich: „das Leben macht Sinn“, auch wenn es auf Erden manchmal von einer schweren Zeit geprägt wird. 
Die Mitglieder des Chorleitungsteams mit Gerd Kögler, Ingo Schlötzer, Andrea Petrovski und Mathias Elser kündigten die einzelnen Programmpunkte an.
In dem anspruchsvollen und unterhaltsamen Programm bot der Posaunenchor neben traditioneller Bläsermusik aus der Barockzeit auch bekannte Hits aus den Bereichen Pop, Gospel und Filmmelodien. Erkennbar war, dass der Posaunenchor keine reine Männersache ist, sondern gut mit Frauen durchmischt ist, die jedoch mit den golden blitzenden Instrumenten voll ihren Mann stehen. Anspruchsvoll eine Barock-Suite von Michael Praetorius und „Wir danken alle Gott“ von Johann Sebastian Bach. Dargeboten wurden Allegros von Karl Jenkins und Mozart. Barbara Benker spielte das Orgel-Solo Processinal Fanfara von Noel Rosethorne. Da kam in der altehrwürdigen Kirche ein feierlicher Frohsinn voller Lebensfreude auf, als schwungvoll und voller Eleganz der legendäre Walzer „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauß Sohn erklang. Der Chor setzte das Meisterstück des Komponisten voller Schwung um. In dem wahrscheinlich von afroamerikanischen Sklaven in den 1750er Jahren komponierten Lied „Lord I want to be a Christian“ wird nach der Übersetzung bekannt: „Herr, ich möchte Christ sein in meinem Herzen“. Mit „Theme from Rocky“, ein Titellied aus dem Film Rocky, komponiert von Bill Conti war ein Lied der amerikanischen Populärkultur zu hören. Die Filmmusik wurde von den Bläsern mit Bravour in das andächtige Kirchenschiff geschmettert. In ihrem Orgel-Solo interpretierte Barbara Benker eine Fanfare von dem neuseeländisch-britischen Organisten Craig Sellar-Lang. Mit dem Song „Summertime“ interpretierte der Posaunenchor eine 1934 von George Gershwin für die Oper Porgy and Bess komponierte Arie. Sie zählt zu eines der schönsten Lieder, die der Komponist jemals geschrieben hat.
Besonderen Eindruck hinterließ der vom Posaunenchor interpretierte Song „Africa“ der amerikanischen Rockband Toto, der zu den bekanntesten Stücken der Band gehört. Damit wollte die Band auf das Schicksal und die Not der dort lebenden Menschen aufmerksam machen. Voll zur Geltung kam dabei das von Dekanatskantor Martin Wenzel aus Bamberg gespielte Schlagzeug. Dies wird kommt auch in dem Songtext mit den Worten „Ich höre die Trommeln, die heute Nacht widerhallen“, zum Ausdruck. Wiederholt wird immer „Ich segne den Regen in Afrika“, der die Ernte vor der Trockenheit schützt. Bei dem Song wurde den Zuhörern so richtig warm ums Herz. Mächtig erschall zu den Klängen des Posaunenchors der Choral „Nun danket alle Gott“ von Johann Sebastian Bach (1685-1750).
Einen eindrucksvollen Schlussakkord setzte der Posaunenchor mit dem feierlich und elegant inszenierten „Highland Cathedral“. Die erfolgreiche und beliebte Melodie kam auch ohne Dudelsack konzertant klanglich hervorragend zur Geltung. 
Obmann Gerd Kögler dankte allen Mitwirkenden, die zu dem großen Erfolg des Konzerts beigetragen haben. Er kündigte an, dass die Spenden der Besucher für die Aktion „Hilfe für Nachbarn“ bestimmt sind.
Mit stehenden Ovationen bedankten sich die begeisterten Konzertbesucher für die zu Herzen gehenden musikalischen Darbietungen. Der Posaunenchor revanchierte sich mit einigen Zugaben. 
 
Text und Fotos: Willi Fischer