Musikprobe im Biergarten

Eine öffentliche Musikprobe in gemütlicher Biergarten-Atmosphäre konnten zahlreiche Besucher in der „Waldschmiede“ am Buchhaus miterleben. Unter den begeisterten Zuhörer befanden sich auch der weithin bekannte Künstler Christian Peter Rothemund. Es war eine Probe des Posaunenchors der evangelischen Kirchengemeinde mit besonderem Format.
Die nicht alltägliche Kulisse bildete nicht der Probenraum im „stillen Kämmerlein“, sondern vielmehr der idyllische Biergarten der Gaststätte „Waldschmiede“ am Buchhaus. Eine breite Öffentlichkeit wollte sich dieses nicht alltägliche Ereignis nicht entgehen lassen. So war der Biergarten voll besetzt. Die öffentliche Probe gestaltete sich sehr unterhaltsam. Die Bläser brachten viele Stücke aus ihrem reichhaltigen Repertoire zu Gehör. Das Dirigat teilten sich Obmann Gerd Kögler und stellvertretender Obmann Ingo Schlötzer. Die Besucher erlebten hautnah mit, in welcher Präzision die Probentechnik vorgenommen wird. Denn Proben bedeutet auch schon einmal das Wiederholen und Verbessern einzelner Abschnitte eines musikalischen Werks. Mit den Proben bemühen sich die Chorleiter die Effizienz der Musiker zu erweitern und zu verbessern. 
Heimatverbunden erklang zu Beginn das „Lied der Franken“ von Joseph Victor von Scheffel. Dieses gilt als die inoffizielle Landeshymne der Franken. Obmann Gerd Kögler hob hervor, dass die öffentliche Probe bereits zum dritten Mal im „wunderschönen Biergarten“ der Waldschmiede stattfindet. Aus aktuellem Anlass wurden auch schon einmal Stücke gespielt mit denen am nächsten Tag eine feierliche Hochzeit in der evangelischen Michaeliskirche musikalisch ausgestaltet wurde. Die Zuhörer hatten an der Probenarbeit viel Spaß und bekundeten das Gefallen mit begeistertem Applaus. Beeindruckend war die Feuerwerkmusik, eine von Friedrich Händel komponierte Suite, die am 27. April 1749 bei einem Feuerwerk uraufgeführt wurde. Von Trommelklängen begleitet wurde der Song „Winchester Cathedrale“. Erfrischend das Volkslied „In einem kühlen Grund“ nach einem Text von Joseph von Eichendorff. Passend die Strophe: „Ich möcht als Spielmann reisen weit in die Welt hinaus und singen meine Weisen und geh‘n von Haus zu Haus.“
Volkstümlich der Song „Das Lieben bringt groß Freud“. In dem Text wird treffend zum Ausdruck gebracht: „Das Lieben bringt groß Freud, das wissen alle Leut‘. Weiß mir ein schönes Schätzelein mit zwei schwarzbraunen Äugelein, das mir, das mir, das mir mein Herz erfreut. Passend zur Location das Waldhorn-Volkslied „Wie lieblich schallt durch Busch und Wald des Waldhorns süßer Klang. Der Wiederhall im Eichental hallt’s nach, so lang, so lang.“ Historisch gründet sich der Ursprung des Steigerliedes „Glück auf“, der bis in das 16. Jahrhundert zurückreicht und für die Bergleute eine Art Hymne ist. Die Bläser des Posaunenchors ließen es lebendig werden. Immer wieder gern gehört ist auch das Volkslied „Im schönsten Wiesengrunde“. Mit dem beeindruckenden Choral „Bleib bei mir, Herr“ bat der Chor zum Abschluss um den Segen für alle Anwesenden. In dem Text wird zum Ausdruck gebracht: „Bleib bei mir, Herr, der Abend bricht herein. Es kommt die Nacht, die Finsternis fällt ein. Wo fänd ich Trost, wärst du, mein Gott, nicht hier? Hilf dem, der hilflos ist: Herr, bleib bei mir!“
 
von Willi Fischer