Zeltgottesdienst zum Wiesenfest

„Veränderungen“ war das Thema des elften ökumenischen Zeltgottesdienstes am Wiesenfestsonntag.
Pfarrer Markus Rausch von der evangelischen Kirchengemeinde führte aus, das dieses Thema „uns alle“ betrifft. Die Jüngeren hätten Lust auf Veränderungen, die Älteren Angst vor Veränderungen. Es stelle sich auch die Frage: „Was muss sich bei der Kirche ändern?“
Das Ehepaar Andreas und Julia Hofmann diskutierte über von der Ehefrau angeregte Veränderungen, wie Renovierung der Küche in diesem Jahr, einmal keinen Urlaub im Bayerischen Wald, sondern in Kanada, eben „Mal was Neies“. Man fand schließlich einen Kompromiss: Renovierung im nächsten Jahr und auf einen Urlaub in Kanada wird gespart.
Gemeindeassistent Thomas Kern von der katholischen Pfarrgemeinde verlas die Lesung zum Thema „Es gibt für alles eine Zeit“. Passend zu den Veränderungen das gemeinsame Lied „Du schenkst uns Zeit“. Darin heißt es: „Du schenkst uns Zeit, einander zu begegnen, dass wir uns lieben und einander segnen. Du schenkst uns Zeit und in ihr frohe Stunden, in denen wir der Erden Glück empfinden.“
Es wurden zwei wichtige Personen der Kirchengeschichte vorgestellt, die Veränderungen in der Kirche bewirkt haben. Gemeindeassistent Thomas Kern von der katholischen Kirchengemeinde stellte das Leben von Franz von Assisi dar. Grundlage seines Sinneswandels war die Begegnung mit einem Aussätzigen. Daraufhin begann der heilige Franziskus ein Leben nach dem Evangelium und befasste sich vor allem mit der Wiederherstellung verfallener Kirchen. Pfarrer Markus Rausch von der evangelischen Kirchengemeinde berichtete über Martin Luther, der vor der Frage stand „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“ Martin Luther sprach Missstände in der Kirche offen an. Das Wirken Martin Luthers hat zur Entstehung der evangelischen Kirche geführt.
Julia Hofmann trug dann vor „Was muss ich verändern bei mir persönlich?“: Ich möchte mehr Sport machen, ich möchte gesünder leben, mehr Zeit mit Freunden verbringen, mehr Geduld haben (mit meinen Kindern, mit meinen Freunden, mit mir selbst), Ansprüche mal runterschrauben, zufriedener mit dem Ist-Zustand sein, die kleinen Wunder des Alltags wieder sehen und mehr schätzen lernen. Andreas Hofmann befasste sich mit der Frage, was muss sich in der Gesellschaft verändern. Er stellte heraus, dass es kaum noch Alltagsgespräche gäbe, in denen nicht in irgendeiner Form gejammert wird. Wenn man jedoch wirklich ehrlich zu sich selbst ist, kann niemand behaupten, in unserem Land ginge es uns schlecht. Niemand muss verhungern, es gibt eine soziale Absicherung, wir haben die Freiheit unser Leben selbst zu bestimmen, wir müssen keine Angst vor staatlichem Terror und Diskriminierung haben und jeder kann ohne Angst vor Verfolgung seinen Glauben öffentlich bekennen und leben. Andreas Hofmann betonte: „Ich denke, es wäre eine schöne und wünschenswerte Veränderung der Gesellschaft, dankbarer für das zu werden, was uns in unserem Land ermöglicht wird, zufriedener mit dem zu sein, was wir haben.“ Aus aktuellem Anlass sollte auch daran gedacht werden, bei Verkehrsunfällen zu helfen statt zu gaffen, das wäre eine großartige Veränderung.
Pfarrer Markus Rausch führte aus, dass eine Erneuerung der inneren Einstellung jedes Einzelnen wichtig wäre. Erst kommt die Erkenntnis, dann die Einsicht und dann die Anteilnahme an den Mitmenschen. Problematisch findet er für einen Christen den Ausspruch: „Das geht mir nichts an.“ Die Christen sollten ein Herz für die Mitmenschen haben, Verantwortungsgefühl zeigen und Verantwortung übernehmen.
Der gut besuchte Zeltgottesdienst wurde vom Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde unter Leitung von Ingo Schlötzer feierlich umrahmt.
 
Von Beate Fischer